Hallo, liebe M 136er!
2008, 2009 und jetzt schon 2010 – wie schnell die Zeit doch vergeht! Schon zum drittenmal veranstaltete heuer am 5. und 6. Juni unser Heeresgeschichtliches Museum “Auf Rädern und Ketten” – das große internationale Treffen historischer Militärfahrzeuge. Dazu gabs auch gleich einen Tag der offenen Tür, an dem alle das Museum gratis besuchen durften! Wie in den vorherigen Jahren freuten sich die Veranstalter auch heuer wieder über mehrere tausend begeisterte Besucher und die Stimmung war einfach toll! Eigner von Rad- und Kettenfahrzeugen aus mehreren unserer Nachbarstaaten und aus Österreich fanden in dem parkartigen Freigelände eine schöne Kulisse vor, um ihre Fahrzeuge zu präsentieren. “Auf Rädern und Ketten” wird traditionell vom Österreichischen Bundesheer unterstützt. Soldaten helfen mit, die Veranstaltung am Laufen zu halten und – was toll ist – die Lehrsammlung rückt mit ihren Fahrzeugen aus. Und in unserer Lehrsammlung gibt es echt seltene Miltärfahrzeuge!
Ich möchte Euch jetzt einladen, mit mir gemeinsam “Auf Rädern und Ketten 2010″ in unserem Heeresgeschichtlichen Museum zu besuchen. Und da möcht ich ganz einfach die Freud an der Sach sprechen lassen und nicht das “xte M” oder das “letzte A” in meine Geschichte reinhauen! Wer mehr über dieses Museum erfahren will, dem empfehle ich: www.hgm.or.at – Infos übers Bundesheer bietet: www.bmlvs.at – und über Wien informiert: www.wien.at! Freuen wir uns gemeinsam an den Bildern und an den Geschichten, die ich von ihnen zu erzählen weiß!
Viel wars, was es zu sehen gab. Darum wollen wir uns das Ganze in zwei Teilen anschauen – ich wünsch Euch viel Spaß mit den Bildern!
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Durch einen schönen Park gelangen wir zum Wiener Arsenal – ursprünglich einer Mischung aus Kaserne und Rüstungsbetrieb. Das Arsenal wurde nach der gescheiterten bürgerlichen Revolution von 1848 in einer Mischung aus italienischen und byzantinischen Stilelementen zusammen mit der Rossauer Kaserne und der heute nicht mehr erhaltenen Franz – Joseph – Kaserne erbaut und sollte die Macht unseres damaligen Kaiserhauses zeigen. Dadurch sollten weitere Unruhen verhindert und die Macht des habsburgischen Kaiserhauses gesichert werden.
Wir durchqueren einen schön gestalteten Innenhof, sehen “das Plakat” und stehen direkt vor dem Heeresgeschichtlichen Museum. Links vom Eingang entdecken wir einen der zwölf Saab Draken, die das Museum verwaltet und an interessierte Aussteller verleiht. Der Steyr – Lkw zeigt uns, daß unser Bundesheer diese Veranstaltung tatkräftig unterstützt und der Dingo vorm Eingang weist uns den Weg zum Ausstellungsgelände.
Was wohl unter dieser protzigen Plane versteckt ist? Ja, und auch ein “alter” österreichischer Milizsoldat ist schon unterwegs! Man ist für alle Fälle gerüstet: Sanität gibts in alt und neu und auch der hauseigene Bergepanzer ist ausgerückt! Natürlich findet eine Befehlsausgabe statt – mit Havedere ( in Schriftdeutsch – habe die Ehre – ein höflicher altösterreichischer Gruß), mit viel Du als Anrede und mit viel Bitte vor den Befehlen – so schauts aus bei uns! Und schon hat sich die vorausschauende Umsicht gelohnt – der hauseigene Bergepanzer kehrt mit Blau- und Gelblicht von seinem ersten Einsatz zurück!
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Unter dem Sternenbanner haben die amerikanischen und britischen Streitkräfte ihr Feldlager errichtet. Damit das Lager auch sicher ist, haben die Amis sogar eine eigene Feldwache mitgebracht. Die kontrollieren schon jemanden – sehr fix! Ja, und für die optimale Sicht in der Nacht gibts sogar einen Jeep mit einem Mordsscheinwerfer! Anscheinend gehn die Amis nicht so gerne zu Fuß, denn sie haben jede Menge Jeeps mitgebracht. Auch die Zelte sind schon aufgebaut und schon kann das Leben im Feldlager beginnen!
Das ganze Zeug für das Lager haben sie mit ihren “Jimmis” – so nennt man die Lastwagen bei uns – herangekarrt. Ach ja – die Donau und einige Flüsse gibts auch in der Gegend – sogar daran haben die gedacht und ein Amphibienfahrzeug mitgebracht – ob das noch fährt?
Die Briten müssen sparen – haben wir gehört – drum zeigen sie uns ihre Uniform so! Gut schaut er aus, der britische Lastwagen im “Desert Rat Look” – ob da gleich Montgomery aussteigt?
Na, bei soviel Zeug war schon ein zweiter Jimmi notwendig und der Soldat, dem die Uniform vorn drauf gehört, liegt sicher schon in der Sonne! Schön schaut er aus, der alte Herr – ein Halbkettenschützenpanzer M 21 – und wirklich gut macht er sich da!
Aber halt – da hat sich ein deutscher Kübelwagen ins Feldlager der Amis und Briten geschlichen – Freunde von der Wache, da habts gepennt!
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Eigentlich sind sie gar nicht so schlecht – die heutigen neuen Zeiten! Die Streitkräfte aus dem Osten lagern im Park unseres Arsenals und alle Besucher freuen sich darüber! Sie haben ihre blitzblanken Geländewagen mitgebracht – und zwar gleich alte wie auch neue. Und ihre Feldlagerutensilien haben sie wohl auch in dem Tatra da unterm Baum mitgebracht. Werfen wir noch einen Blick auf ihre gesamte Transportflotte – auch da ist was Amphibisches dabei – ob wir das Ding auch fahren sehen?
Na, ich glaub, so ganz geheuer ist es ihnen wahrscheinlich doch nicht bei uns – darum haben sie auch schweres Gerät dabei, wie diesen 30 mm Flakzwilling auf gepanzertem Halbkettenfahrzeug. Glanzstück ist der OT 62 B Schützenpanzer in tschechoslowakischen Farben – bewaffnet mit einem Maschinengewehr und einem Panzerabwehrrohr. Sogar der Innenraum ist in tadellosen Zustand – da kann man schon stolz drauf sein! Und die Sowjetunion schickt uns noch einen T 34 in Topzustand. Die Besatzung – stilgerecht gekleidet – ließ es sich nicht nehmen, das zahlreiche Publikum zu begrüßen!
Und wenn was schief geht mit der Technik – ja genau – dafür ist diese Kettenzugmaschine mit dabei!
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Ta ta – so schnell ist die Zeit vergangen und schon kündigen Fanfaren den ersten Höhepunkt des Tages an – die Radshow!
Flugs sehen wir, wie man sich heutezutage den Soldaten vorstellt – lautlos, umweltfreundlich, genügsam und fast kostenlos – aus der Schweiz bis hierher geradelt – Respekt!
Toll, die Amis haben ihr amphibisches Ding wirklich zum Laufen gebracht - und den neuen allseits bekannten Geländewagen sowieso! Prächtig, so ein VW Schwimmwagen in super Zustand! Dann als nächstes fett und protzig der Dodge-Kommandowagen – auch ganz imposant! Viel Beifall kriegt die Harley der US-Army – sogar mit Lederfuteral für die Braut des Soldaten!
Ja – wir gebens zu – auch wir hatten mal von den Amis Dodge in zahlreichen Varianten – hier einer mit unserer Flagge. Eine Seltenheit ist der nachfolgende Steyr – das wissen auch die Besitzer und haben ein Maschinengewehr drauf montiert. Auch von Steyr – der 680er – wie wir ihn nennen! Er war das Arbeitstier des Österreichischen Bundesheeres im Kalten Krieg.
Als nächstes führen unsere Freunde aus dem Osten ihr Amphibienfahrzeug und ihren Geländewagen vor – natürlich stilgerecht mit der Flagge der Sowjetunion! Na bravo, mit solch einer Limousine ist sicher so mancher US-General in der Besatzungszeit durch Wien gefahren worden!
Den Abschluß der Radshow bildet ein zweiachsiger Puch Pinzgauer – schon seit Jahrzehnten Standardgeländewagen bei uns! Viele dieser Fahrzeuge wurden auch schon komplett runderneuert, weil wir nichts Besseres finden können. Mit scharfem Blick fallen uns die rot-weiß-rote Fahne und ein schwarz-gelber Wimpel auf. Dieser Wimpel sagt uns, daß der Pinzgauer zur Lehrsammlung unserer Heerestruppenschule gehört. Die Heerestruppenschule bildet das Führungspersonal der Bodentruppen des Österreichischen Bundesheeres aus. Ihr werdet heute noch so manches Fahrzeug mit diesem Wimpel sehen – schwarz steht für unsere Panzertruppe und gelb für unsere Aufklärer!
Puh – ist der Vormittag schnell vergangen! Ich denk, wir gönnen uns jetzt erst mal eine kleine Pause und genehmigen uns dann das weitere Programm von “Auf Rädern und Ketten 2010″!
Beste Wünsche und liebe Grüße aus Österreich
Euer Weinviertler
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Autor: weinviertler
Der Beitrag wurde am 10.06.2010 erstellt und 3.011 mal angesehen!
Kategorien: Einheit-Österreich, Einheiten
Schlagwörter: Auf Rädern und Ketten 2010
8 Antworten auf Auf Rädern und Ketten 2010 – Teil 1
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Ralf Bardutzky
Servus Toni!
Wow – was für eine beeindruckende Galerie!
Schöne Bilder, kurzweiliger Text mit viel Hintergrundwissen!
Ein herzliches Dankeschön, daß Du uns auf Deinen Rundgang mitgenommen hast!
Horrido!
Ralf
Markus
Moin Toni,
eine sehr unfangreiche Galerie mit vielen Info´s.
Muss eine schöner Museumsveranstaltung gewesen sein. Leider liegt Österreich ausserhalb
meiner Reichweite, deswegen vielen DANK für diesen Bericht.
Gruß Markus
Tim
Hallo Toni!
Mal wieder hast du dich richtig ins Zeug gelegt und uns mal wieder gezeigt, was halt bei unseren Nachbarn noch so geht!
Gerade in der heutigen Zeit, da liegt der Reiz bei allem, was man schon lange nicht mehr im Dienst sieht. Die Fahrzeuge, die einfach noch das Flair von damals hatten, die etwas Besonderes waren, Hinkucker halt.
Es gehört schon einiges dazu, diese alten Fahrzeuge auch heute noch fahrbereit zu halten. Ich spreche da aus Erfahrung! Sind sie dann fahrbereit, dann sollen sie auch nochmal in der Bewegung gezeigt werden, mit dem originalen Motorklang und der originalen Ausstattung, so wie sie halt damals zu sehen waren!
Leider hat man es, zumindest hier bei uns in Deutschland, schon verdammt schwer, denn als Liebhaber und Besitzer von Militärfahrzeugen ist man Aussenseiter und gehört zu einer Randgruppe, die ” man” am liebsten ja garnicht hätte. Daher werden solche Veranstaltungen bei uns eher private Aktivitäten mit geschlossener Gesellschaft, ab von der Öffentlichkeit, was sehr schade ist.
Ich freue mich jedoch sehr auf das diesjährige Event in Boostedt Ende Juli, wo der Tag der offenen Tür des Standortes Boostedt und auch diesesmal Puttlos, mit ungefähr 60 teilnehmenden, alten Militärfahrzeugen bereichert wird, die dort auch den gesamten Übungsplatz nutzen dürfen um mal zu zeigen was sie noch können!
Ich hoffe, ich kann dann auch so einige Impressionen mitbringen!
Gruß Tim!
Tirailleur
Hallo Toni,
zunächst großes Kompliment für deine ausführlichen und lebendigen Schilderungen von diesem Event!
Obwohl ich schon oft in Österreich bei Übungen war, habe ich es aber bisher noch nicht geschafft, mir das Museum in Wien anzusehen. So wie es aussieht, lohnt aber insbesondere bei dieser Veranstaltung ein Besuch.
Besonders interessant finde ich den “hauseigenen” Bergepanzer, der offensichtlich aus einem ausgedienten Kürassier Jagdpanzer entstanden ist – sehr schönes und vor allem einzigartiges Fahrzeug!
Danke fürs Zeigen und ich bin schon auf deinen 2. teil gespannt…
Beste Grüße nach Österreich!
Clemens
Sven (Admin)
Hallo Toni,
Dein Artikel ist wieder allererste Sahne geworden! Mein Kompliment dafür!!!
Viele Grüße
Sven
weinviertler
Hallo, liebe M 136er!
Zunächst vielen Dank für Euer Interesse und Eure netten Kommentare! Ich mache so gerne Geschichten mit meinen Fotos – super, wenn ich Euch zeigen kann, was bei uns los ist – ist alles immer sehr nett, sehr unkompliziert mit super Stimmung!
Der Park des Heeresgeschichtlichen Musuems war eine sehr schöne und auch schattenspendend angenehme Kulisse für “Auf Rädern und Ketten 2010″. Der zweite Teil meines Artikels ist schon in Arbeit und freue mich sehr, ihn Euch bald zeigen zu können. Eine kleine Vorabinfo – es gab nicht nur eine Radshow…..
Ja, der hauseigene Bergepanzer ist aus einem Jagdpanzer Kürassier – bei uns kurz “K” genannt – entstanden. Der “K” ist super für unser großteils gebirgiges Land geeignet. Ich sammle derzeit Material, um ihn Euch einmal in all seinen Abarten von der “grauen Maus” über den “Kärntner K” bis zum “Super-K” vorstellen zu können.
Wenn jemand von Euch vielleicht Lust hat, unser Heeresgeschichtliches Museum zu besuchen, dem empfehle ich das Wochenende um den 25. September dieses Jahres, da man das dann mit einem Besuch des Tages der offenen Tür beim Pzb 33 in Zwölfaxing bei Wien verbinden könnte.
Dort hat übrigens auch die Lehrsammlung der Heerestruppenschule – Stichwort gelb-schwarzer Wimpel ihren Sitz…. Vielleicht wär das was für Euch?
Ich schick Euch beste Wünsche und liebe Grüße aus Österreich
Toni
Ralf Bardutzky
Servus Toni!
Ich bins nochmal…
Mir fällt gerade ein, daß ich in der damaligen DDR einen sehr interessanten Bildband über die Nationale Volksarmee erstanden hatte.
Titel: “Auf Ketten und Rädern”
Herzliche Grüße in die Alpenrepublik!
Ralf
weinviertler
Hallo, liebe M 136er!
Auch heute möchte ich Euch für Euer freundliches Interesse herzlich danken! Tja, manchmal kommt man in zwei Ländern zum gleichen Thema zum gleichen Titel, um das gleiche Thema zu beackern – nämlich: “Auf Rädern und Ketten”!
Gemeinsam ist dabei das Bestreben, die Vergangenheit zu kennen und zu achten und die Gegenwart zu verstehen, um die Zukunft erfolgreich zu bewältigen! Denn Tradition ist nicht die Weitergabe der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers!
Im zweiten Teil von “Auf Rädern und Ketten 2010″ möchte ich Euch auch zeigen, wie bei uns in Österreich die Tradition der großen alten Armee gepflegt wird und bei den Events unseres Bundesheeres mit berechtigtem Stolz zelebriert wird!
Beste Wünsche und liebe Grüße aus Österreich
Toni