Fahrschule Dornstadt

Vom 11. bis zum 26. März 1982 war ich zusammen mit einigen Kameraden unserer Ausbildungskompanie zur Panzerausbildungskompanie Fahrsimulator Kette 201 in die Rommel-Kaserne nach Dornstadt abkommandiert.
Neben den umfangreichen theoretischen Kenntnissen waren für den angehenden Panzerfahrer vor allen die fahrpraktischen Fertigkeiten im Gelände und auf der Straße verlangt. „Trocken geübt“ wurde mit einem für die damalige Zeit sehr modernen Fahrsimulator.

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Bild 1: Der Autor – An der Tankstelle
Bild 2: Fahrausbildung im schweren Gelände
Bild 3: Bereit zum Waschen

Truppenübungsplatz Münsingen

Unsere Kompanie verlegte vom 4. bis 12. Mai 1982 per Bahntransport auf den Truppenübungsplatz Münsingen. Für den Großteil der Wehrpflichtigen war es der erste Übungsplatzaufenthalt außerhalb unserer Garnison.
Biwak wurde aufgeschlagen, das hieß für uns: Übernachten in Zweimannzelten, auch „Hundehütten“ genannt. Nach einiger Zeit waren deren Zeltbahnen und Stroheinlagen durchgeweicht. Ein größeres Gemeinschaftszelt diente als Ess- und Aufenthaltsräumlichkeit. Unsere Morgenrasur erfolgte mit freiem Oberkörper am offenen Wasserbehälter. Einmal warm duschen in der Kaserne wurde zum Erlebnis.
Die uns begleitende Feldküche versorgte uns hingegen stets mit sehr schmackhafter Verpflegung.

Die ersten Tage waren kühl. Regen, Graupel und aufgeweichter Boden setzten Soldat und Gerät zu. Die Stiefel wurden nicht mehr trocken. Die schwere anhaftende Lehmerde am Schuhwerk zog eine Spur bis auf den Fahrersitz.
Unsere Panzer standen unweit des Biwakplatzes auf der Schießplatte. Von dort aus erfolgte der größte Teil der Schießübungen.

Während einer nächtlichen Übung lösten sich bei meinem Panzer Schrauben des Antriebskranzes. Der Kommandant, unser Zugführer, musste auf einen anderen Panzer umsitzen, mein Fahrzeug wurde abgeschleppt und am folgenden Tag von Kameraden des Inst-Zuges repariert.

Die Gefechtsausbildung am und im Panzer fordert körperlich und geistig:
Ständiges Anfahren und Abbremsen, Anhalten am Berg, am abschüssigen Hang, auf der Bremse stehen, wie lange? Mit angezogener Handbremse, wenn es wirklich dauert.
„Vorwärts marsch marsch“…“Panzer Haaalt!, Rückwärts marsch, rechts Anziehen …“, nach hinten keine Sicht, am Funk ja nichts überhören…Sitzt auch der Stecker vom Kehlkopfmikrofon?
Rücken und Beine sind zu spüren, mit geschlossener Fahrerluke im Tiefsitz, bei Nacht mit Restlichtverstärker oder ganz ohne Licht, Augen schmerzen…Immer mitdenken, die Richtung gibt der Kommandant vor, die Löcher im Gelände sucht der Fahrer aus…das ständige Kratzen aus der Bordsprechanlage immer im Ohr…
Essen im Panzer – wenn das Kochgeschirr oder das Doppelbrot grade zur Hand ist. Plötzlich gehts weiter, keine Zeit mehr, der Rest der Mahlzeit bleibt da schon mal auf dem Panzerkombi….
Unterziehen, Fahrzeug und Spuren tarnen, eventuell einen Splitterschutz unter den Fahrzeug graben, wenn man gerade fertig ist und Luft holt – wird wieder verlegt!
Während einer kurzen Rast meinte mein Panzerkommandant: „Jaja, die Panzerei ist ein harter Job“ …

Eines Abends vernahmen wir, schon im Zelt liegend, Pfeiftöne in größerer Höhe – über uns.
Es waren Mörsergranaten im Überflug, abgefeuert von einer Außenfeuerstellung. Und tatsächlich hörten wir Sekunden später in weiter Entfernung die grollenden Einschläge der Geschosse…

Am Vorabend des Rückmarsches bezogen wir noch eine letzte Schießbahn für das Nachtschießen.
Um 4:00 Uhr morgens erfolgte der Marsch zu unserer Garnison per Rad und Kette über die Landstraße. Kradmelder der 1./293 regelten an den wichtigen Kreuzungen den Verkehr.

Galerie
Bild 1: Kompaniewappen
Bilder 2, 3: Auf der Schießplatte
Bild 4: Der Autor – Am Panzer
Bild 5: Blick durch den Winkelspiegel
Bilder 6, 7: Biwakplatz mit „Hundehütten“
Bild 8: Der Autor – Im Zweimannzelt
Bilder 9, 10, 11: Auftakt zur Übung – Tarnen, San-MTW beim Unterziehen
Bilder 12, 13: Am Abschleppgestänge – Schaden am Antriebskranz
Bild 14: Hilfe von der Inst
Bild 15: Marsch zur letzten Schießbahn
Bild 16: Vorbereitung zum Nachtschießen

Heuberg82

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Über den Autor: Heuberg82

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Published On: 14.08.2020|Kategorien: 198x|Tags: |
Flinkes Stacheltier 82
REFORGER 84 - Certain Fury

3 Kommentare

  1. Sven
    Sven 14. August 2020 um 17:15

    Hallo,

    meinen allerherzlichsten Dank für diese hervorragenden Aufnahmen und Erinnerungen aus der guten alten Zeit!

    Aufnahmen wie diese, bereiten einem immer wieder eine wohlige Gänsehaut und ein Besinnen, auf die Geschichte der Bundeswehr. Ich denke, viele Besucher dieser Seite können sich an eben genau diese Szenen aus ihrem eigenen Werdegang beim Bund erinnern.

    Die Schilderung der damaligen Umstände holt ganz sicher ganz viel Leser ab und katapultiert diese in die Zeiten, als solche Umstände Alltag waren. Für meinen Geschmack, sind solche Erinnerung eine Print-Publikation wert. Ich für meinen Teil, kann Ihnen nur meine größte Dankbarkeit für den Ausflug in die Vergangenheit zollen. Einfach stark!!!

    Mit freundlichen Grüßen

    S. Karp

  2. Avatar
    GebBeobAri83 17. August 2020 um 11:31

    Hallo,
    Vielen dank für die tollen Bilder.Da kommt man richtig ins Schwärmen!

    Mit freundlichen Grüßen aus dem Allgäu

  3. TBV
    TBV 23. August 2020 um 12:04

    Hallo Heuberg 82,

    das sind Klasse Aufnahmen aus längst vergangenen Tagen. Die gefallen mir sehr gut. Vielen Dank , daß Du Deine Schätze hier mit uns teilst !!!!

    Viele Grüße

    Tom

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