Seit meiner Versetzung im März 1982 in die 3./291, meiner Stammeinheit, war ich als Panzerfahrer mit der Kompanie bereits auf den Truppenübungsplätzen Münsingen und Hohenfels zur Ausbildung. Im Oktober 1982 war im Rahmen einer Bereitschaft ein zusätzlicher Ausbildungsabschnitt erreicht.
Die freilaufende Gefechtsübung „Flinkes Stacheltier“ im November 1982 war für uns Wehrpflichtige ein weiterer Höhepunkt, war es doch auch die erste Mobilmachungsübung des im Mai fertig aufgestellten gemischten Panzerbataillons 291:

Per E-Transport ging es in den Aufmarschraum. Wo man sich im Manöver genau befindet, ist meist nicht jedem Einzelnen klar, mir ging es so…In den Anfangstagen erfolgte die Überquerung der Donau über eine schwankende Ponton- oder Pionierbrücke. Unterstützung erhielten wir vom Flakpanzer Gepard. Unsere Kompanie wurde im Tiefflug von A10-Warzenschweinen, den Panzerknackern „beschossen“, kein gutes Gefühl.
Morgens wurden wir am Dorfrand von Salven aus 2cm-Kanonen geweckt. Eine Marderkompanie schoss eine Brücke frei, ich sah um die Ecke einer Scheune zu. Später zügige LKW-Kolonnen über die offene Brücke – wie im Film….

Eines Nachts um ca. 2.00 Uhr wurde unser Panzerzug mit Treibstoff versorgt. Eigentlich nichts Besonderes im Manöver – wären wir mit unserem Leo nicht 100 Meter oberhalb der Fahrstraße, wo der Spritzug stand, über einem steilen Hang untergezogen und getarnt gestanden.
So schleppten wir über 300 Liter Sprit in Kanistern über Stock und Stein den Berg hoch. Die Betankung vor Ort bei fast völliger Dunkelheit erfolgte mit dem, dem Panzermann bekannten und bewährten Falttricher. Da wurde nicht nur die Einfüllöffnung der Tanks nass…!

Nach diesen oft anstrengenden, aber erlebnisreichen Tagen und Nächten außerhalb eines sonst begrenzten Truppenübungsplatzes ging es wieder per Bahntransport zurück in die schwäbische Garnison.
Für uns Wehrdienstleistende hinterließ diese Großübung bleibende Eindrücke. Dazu trug auch der Kontakt mit der sehr dem Militär gegenüber aufgeschlossenen Bevölkerung in Dörfern und Gehöften (Kaffee und Butterbrote) bei.

Heuberg82

Luftraumsicherung durch Gepard
Marschpause
Stellung im Feld
Stellung im Feld
Besatzung, 2. Zug
Flurschaden
Feuer
Übungsende
Rückmarsch
Zurück am Heimatbahnhof Storzingen
Zurück am Heimatbahnhof Storzingen
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Published On: 20.05.2020|Kategorien: 198x|Tags: |
4./GebArtBtl 81 - Gebirgs- und Winterkampfausbildung
Fahrschule Dornstadt und TrÜbPl. Münsingen

2 Kommentare

  1. Sven
    Sven 20. Mai 2020 um 14:54

    Hallo und herzlich willkommen zurück!

    dieser Beitrag war bereits 2011 auf der alten M136-Plattform online. Ich freue mich über alle Maßen, dass der Beitrag nun wieder von Ihnen zur Verfügung gestellt wurde! Ihre niedergeschriebenen Erinnerungen runden den Artikel perfekt ab. Die Bilder zeigen hervorragend den Manöveralltag in den 80er Jahren. Man beachte vor allem die angebrachte Tarnung! Das Bildmaterial ist wirklich vom aller Feinsten! Es macht einfach Spaß, in diese Epoche einzutauchen und in Erinnerungen zu schwelgen! Herzlichen Dank dafür!!!

    Viele Grüße

    Sven Karp

    PS: Eine Frage an die Community: Hat jemand zu dieser Übung evtl. ein paar Rahmendaten im Archiv?

  2. TBV
    TBV 4. Juni 2020 um 10:04

    Hallo Heuberg82,

    vielen Dank für Deine interessanten Bilder und Deine Erinnerungen die Du hier mit uns teilst.. Mittendrin statt nur dabei ist natürlich schon das absolute Erlebnis!!! Da wäre ich auch gerne dabei gewesen !!!!

    Viele Grüße

    Tom

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