Project Description

Das Jahr 1893 gilt als Gründungsjahr des Militärübungsplatzes Munster in der Lüneburger Heide. Zweiundvierzig Jahre später kam der Bereich des heutigen TrÜbPl Bergen dazu. Mit Ende des zweiten Weltkrieges haben britische und kanadische Besatzungstruppen die Übungsplätze übernommen. Fortan konnten sie im Heidesand ungehindert Übungen durchführen. Mit der Gründung der Bundeswehr wurden in Munster und Lüneburg neue Kasernen benötigt. Die kanadischen Soldaten wurden nach NRW verlegt und einige Jahre später zogen sie nach Baden-Württemberg um. Britische Truppen unterhielten unter anderem in Verden, Soltau, Fallingbostel, Celle, Hohne, Hörsten und Munster Garnisonen. Übungen wurden immer häufiger außerhalb der Übungsplätze durchgeführt. Damit sie ständig und ohne größere Einschränkungen Manöver abhalten konnten, wurde 1963 das Soltau-Lüneburg-Abkommen (SLA) zwischen der BRD und Großbritannien abgeschlossen. Das SLA gestattete den britischen und kanadischen Truppen auf einem etwa 34.500 ha großen Gelände zwischen Schneverdingen im Westen und Lüneburg im Osten während des ganzen Jahres freilaufende Übungen durchführen zu dürfen. Das Übungsgebiet wurde auf den Landkarten rot schraffiert dargestellt. Schnell hatte sich der Begriff „rote Flächen“ dafür festgesetzt. Anders als auf Truppenübungsplätzen gab es hier keine besonderen Absperrungen oder Verbote. Zivilisten konnten sich dort auf öffentlich zugänglichen Straßen frei bewegen. Verbindungstraßen zwischen den einzelnen Gebieten wurden gebaut bzw. besonders gekennzeichnet. Besonders stark war der sog. Wietzendorf-Korridor frequentiert. Die Landstraße verband die „roten Flächen“ mit dem TrÜbPl Bergen. Hier konnte man täglich Militärkolonnen beobachten. Die Kommandantur für die „roten Flächen“ lag nördlich Schneverdingen im Camp Reinsehlen. In der Nähe befand sich auch die sog. Panzerbrücke über die Bundesstraße 3, die eigens für den Militärverkehr gebaut wurde. Wenn man britische Truppen im freien Feld besuchen wollte, brauchte man nur zu den „roten Flächen“ fahren und den Geräuschen oder Staubfahnen folgen. Nach dem Fall des Eisernen Vorhanges wurden die Truppen reduziert und die „roten Flächen“ wurden nicht mehr gebraucht. Im Mai 1994 lief unter dem Namen „Dragoon Fight“ die letzte Übung auf den „roten Flächen“. Anschließend wurde der SLA-Vertrag aufgelöst, die Nutzung endete endgültig zum 30. Juni 1994. Nach umfangreicher Renaturierung konnten die „roten Flächen“ im März 1998 wieder an den Bund bzw. an die privaten Landeigentümer zurückgegeben werden.